Mehr Schmierreserve
In belasteten Drehzahl-, Last- und Temperaturbereichen können die Sollwerte gezielt angehoben werden, bevor die serienmäßige Reserve unnötig knapp wird.
Gezielte Anpassung der elektronisch geregelten Öldruckstrategie, um bei geeigneten Motoren zusätzliche Schmierreserve für hohe Belastungen aufzubauen.
Moderne Hersteller setzen zunehmend geregelte Ölpumpen ein und senken den Öldruck in bestimmten Betriebsbereichen auf teilweise sehr niedrige, bedarfsgerechte Sollwerte ab. Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Eine Ölpumpe benötigt Antriebsleistung. Weniger Druck und Fördermenge reduzieren die Schleppverluste der Pumpe und helfen dabei, Kraftstoffverbrauch sowie CO₂-Emissionen zu verringern. Die serienmäßige Strategie ist dabei auf Serienleistung, vorgesehene Ölqualität, normale Wartungszustände und definierte Betriebsbedingungen ausgelegt.
Bei hoher Dauerlast, hohen Öltemperaturen, niedriger Drehzahl mit hohem Drehmoment, leistungsgesteigerten Motoren oder zunehmendem Verschleiß kann diese knapp ausgelegte Reserve ungünstiger werden. Wird der tragfähige Schmierfilm an Lagern, Turbolader oder weiteren versorgten Bauteilen nicht ausreichend stabil gehalten, kann das den Verschleiß erhöhen und Schäden begünstigen. Eine sinnvoll abgestimmte Öldruckanhebung setzt genau hier an: Sie erhöht die Sollwerte gezielt in relevanten Kennfeldbereichen und kann dadurch vorbeugend zusätzliche Schmierreserve schaffen – ohne den Druck pauschal in jedem Betriebszustand auf das Maximum zu setzen.
In belasteten Drehzahl-, Last- und Temperaturbereichen können die Sollwerte gezielt angehoben werden, bevor die serienmäßige Reserve unnötig knapp wird.
Gerade bei Leistungssteigerung, hoher Dauerlast oder thermisch anspruchsvollem Einsatz kann ein stabilerer Öldruck dazu beitragen, kritischen Verschleiß zu reduzieren.
Die Strategie wird nicht pauschal über das gesamte Kennfeld angehoben, sondern passend zu Motor, Regelung und tatsächlichem Einsatzzweck ausgelegt.
Zuerst wird geprüft, ob Motor und Steuergerät eine softwareseitig geregelte Öldruckstrategie besitzen.
Die originalen Druckstufen und Umschaltbereiche werden zusammen mit Drehzahl, Last, Öltemperatur und geplanter Motorbelastung betrachtet.
Nur technisch sinnvolle Bereiche erhalten zusätzliche Reserve; Regelverhalten, Diagnosefähigkeit und mechanische Grenzen müssen schlüssig bleiben.
Eine Öldruckanhebung kann die Schmierreserve verbessern und damit einem ungünstigen Verschleißrisiko vorbeugen. Sie repariert jedoch keine verschlissene Ölpumpe, falsche Ölviskosität, bereits beschädigte Lager oder mechanische Druckverluste. Bestehende technische Probleme müssen immer zuerst behoben werden.